Rohstoffeinsatz - "Nippes gibt es eh schon viel zu viel ..."
"Wo gehobelt wird, da fallen Späne" wie es so schön heißt. Natürlich sind unsere Ressourcen endlich und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Folglich bestimmen folgende Zielsetzungen meine Arbeit:
Mein Schwerpunkt liegt auf nützlichen Dingen, die nach Möglichkeit lange Freude machen sollen. Das kann durch besondere "Veredelung" geschehen, die aus einem Minimum an Rohstoffen und Energieverbrauch ein Maximum an liebhabenswerter Gebrauchskeramik macht. Hierzu zählen für mich besonders die aufwändiger gearbeiteten Intarsienstücke. Sie sollen nicht nur Zierde sein, sondern beim Gebrauch das Auge erfreuen, so dass sie möglichst lange Wertschätzung erfahren und genutzt werden.
Reine Zierkeramik, wie Schwimmsteine und Blumenringe biete ich zwar auch an, den Bereich will ich aber nicht weiter ausbauen (außer vielleicht Schmuck, der nicht viel Rohstoffe verbraucht und neben einem guten Lückenfüller im Ofen ein gutes Zubrot wäre).
Eine andere Sache sind Auftragsarbeiten, bei denen durch das Mitdenken und -gestalten der AuftraggeberIn schon ein hohe Wertschätzung des Endproduktes anzunehmen ist, so dass es eine hoffentlich lange Lebensdauer haben wird. Dies war der Grund, warum ich überhaupt einen Schwerpunkt auf Auftragsarbeiten gelegt habe: Was nützt mir ein voller Ausstellungsraum, wenn ich den Geschmack der Leute nicht treffe?
So konzentriere ich mich auf die Aufträge und produziere daneben kleine Mengen, bei denen ich erstmal sehe, wie sie sich verkaufen.
Rohstoffquellen
Ich beziehe die Tone aus dem Westerwald (NRW/Hessen). Dass heutzutage Ton importiert wird, der trotz langer Transportwege und trotz seines hohen Gewichtes, hier billiger verkauft wird, als der "heimische" Ton halte ich für äußerst bedenklich.
Tonreste, die z.B. beim Abdrehen anfallen, werden entweder aufbereitet und wieder verwendet oder neuerdings auch mal getrocknet und zerkleinert, um sie als Bodenverbesserer im Gemüsegarten zu nutzen, da hier - im Ggs. zu meinem vorigen Wohnort - sehr durchlässiger Sandboden ist. Hier fördern regelmäßige kleinere Tongaben das Wasserhaltevermögen des Bodens.
Die Herkunft der Rohstoffe für die von mir verwendeten Glasuren ist kurz gesagt schwer nachvollziehbar, zum einen weil sie nach Auskunft eines Händlers "von überall auf der Welt" herkommen, zum anderen - da ich fertige Glasuren kaufe, weil die Inhaltsstoffe nicht auf der Verpackung angegeben sind und es mühselig ist, zu jeder der Glasuren Produktanfragen zu stellen. Hier besteht sicherlich Verbesserungsbedarf, auch im Sinne von mehr Transparenz seitens der Hersteller. Wünschenswert ist ein einfacher Zugang zu Datenblättern mit der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe (z.B. als pdf-Dokument abrufbar, wie bei Sicherheitsdatenblättern teils üblich). Es müssen ja keine Rezepturen preisgegeben werden.
Weiter würde ich mir die Herstellung und Kennzeichnung von Glasuren wünschen, die aus gesundheitlich unbedenklichen Rohstoffen zusammengesetzt sind, die reichlich vorhanden sind und umweltverträglich und ohne Ausbeutung der ArbeiterInnen abgebaut und verarbeitet werden.
Glasurreste
werden über ein Abscheidesystem aufgefangen und entweder wird eine Überraschungsglasur daraus oder sie werden entsorgt. Für den Versand habe ich Kontakte zu diversen Läden geknüpft, bei denen gebrauchte Verpackungsmaterialien aller Art anfallen. Besonders positiv hervorheben möchte ich den Markt für Künstlerbedarf Boesner in Hannover, der einen bestimmt 2 m3 großen Drahtkorb mit Kartons, Packpapier und Wellpappe am Ausgang stehen hat, auf dem steht: "Für Verpackungskünstler" ;-) Sehr vorbildlich! Das kriegen die Boesners in Bremen nicht hin - wegen Platzmangel, so sagen sie ... schade!
Energiequellen
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