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WELCHE SEIFENABLAGEN EIGNEN SICH
(NICHT) FÜR SALZ-SEIFEN?
05.-19. Januar 2009

Hier veröffentliche ich Testergebnisse, die Rückschlüsse auf die Wirkung von Salz- und Soleseifen auf Seifenablagen aus verschiedenen keramischen Materialien - Steingut (Irdenware) und Steinzeug - zulassen können.

Dabei gilt es herauszufinden, welche bzw. ob überhaupt Seifenablagen aus Keramik zukünftig für die Verwendung zusammen mit Salz- oder Soleseifen empfohlen werden können.


Glasurabplatzung an einer Trockenwelle aus Steingutkeramik nach Gebrauch mit Salzseife.
  1. Test I "Trockenwellensuppe"
  2. Test II "Gepökelte Trockenwellen"
  3. Test III Wiederholung des Tests "Gepökelte Trockenwellen"

ANNAHMEN:

Am widerständigsten werden vermutlich die Steinzeugablagen sein, da ihr Scherben bei 1240°C dicht gebrannt ist und als wasserundurchlässig gilt. Fraglich ist dabei, wie gut matte Steinzeugglasuren im Gegensatz zu glänzenden mit den sehr hohen Salzkonzentrationen zurecht kommen. (Salzseifen können einen Salzanteil von 2/3 haben).

Da Steingut niedriger gebrannt wird und einen porösen Scherben aufweist, kann Wasser leicht eindringen, um so mehr, wenn Seife beteiligt ist, da sie die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzt.

Was die verwendeten Tone für Steingutablagen angeht vermute ich, dass die farbigen Tone (rot und schwarz) dem Salzangriff länger standhalten, da der Sinterpunkt niedriger liegt, bzw. die Wasseraufnahme geringer ist, als bei der verwendeten weißen Masse.

VERSUCHSAUFBAU:

5 Trockenwellen-"Kandidatinnen" gehen an den Start: davon 3 aus Steingut (je eine aus weiß- rot- und schwarzgebranntem Ton) sowie 2 Steinzeugtrockenwellen (einmal mit glänzender und einmal mit matter Glasur). In Klammern steht das bei der jeweiligen Brenntemperatur gemessene Wasseraufnahmevermögen in % (Exkurs: Bei einer Wasseraufnahme von 3 bis 8 % gilt das Material als frostsicher).

STEINGUTABLAGEN:
Nr.1) weißer Ton (7%)
Nr.2) roter Ton (5%)
Nr.3) schwarzer Ton (4%)

STEINZEUGABLAGEN:
Nr.4) glänzende Glasur (0%)
Nr.5) matte Glasur (0%)
04.01.2009

TEST I.) "Trockenwellensuppe"

Bild 1.) Herstellung einer Salz-Seifenlauge aus:
1/2 Ltr. Wasser, 30g Schampooseife (gerieben), 60g Meersalz.

Bild 2.) Darin werden die Ablagen 1/4-Stunde geköchelt und anschließen eine Stunde ziehen gelassen. Dann können sie trocknen.

Bild 3.) Das Salz macht nach dem Trocknen die Craqueleen der Steingutablagen Nr.1) und Nr.3) sichtbar.

1.)
2.)
3.)

Bild 4.) Bei den Steingutablagen sind zudem erste "Ausblühungen" an den Rändern der Unterseite sichtbar.

Bild 5.) Beim Steinzeug sind nur oberflächliche Ablagerungen zu sehen, da ich die Ablagen nicht abgewischt habe - keine Ausblühungen (die schwarzen Pünktchen entstehen übrigens durch den im Ton enthaltenen Pyrit).

4.)
5.)
05.01.2009

TEST II.) "Gepökelte Trockenwellen"

1.) Alle Ablagen kommen nochmal in den Topf mit der Salzseifenlauge. Zusätzlich gebe ich nochmals 60g Meersalz dazu.

Bild 2.) Anschließend (nach kurzem Aufköcheln und 1-stündigem Ziehenlassen) werden sie zur Seite gelegt und mit 1 Eßlöffel voll Meersalz bestreut, dass dann noch mit der Lauge aus dem Topf betreufelt wird und dann über Nacht liegen gelassen.

2.)

Bild 3.) Nachdem sie getrocknet waren habe ich sie nochmals mit Seifen-Salzlauge beträufelt und wiederum über Nacht trocknen gelassen.

Bild 4.) Auf der Unterseite zu sehen sind die nun noch stärkeren Ausblühungen bei den Steingutablagen.

3.)

4.)

4.) Nachdem ich die überschüssige Seife und das Salz abgespült habe, sahen sie relativ normal aus (im feuchten Zustand), nach dem Trocknen jedoch wie folgt:

Nochmal zum Vergleich die Ablagen von beiden Seiten in der Reihenfolge wie vor den Tests:

STEINGUTABLAGEN:
Nr.1) weißer Ton
Nr.2) roter Ton
Nr.3) schwarzer Ton
STEINZEUGABLAGEN:
Nr.4) glänzende Glasur
Nr.5) matte Glasur
09.01.2009

Deutlich zu sehen ist, dass die Steingutablagen (obere) noch mehr Salz aufgenommen haben, das nach dem Trocknen hervortritt. Bei den dunklen Glasuren tritt das Salz auch aus den Craqueleen hervor. Abplatzungen sind noch keine zu verzeichnen.

Bei den Steinzeugablagen sind keine Salzausblühungen zu finden. Bei der matt-grünen Trockenwelle hat sich lediglich etwas Salz in den kleinen Glasur-Vertiefungen angesammelt.

TEST III.) Wiederholung des Tests "Gepökelte Trockenwellen" ...

... dabei wurden in die verbliebene Lösung nochmals ca. 100 g Salz gegeben und eine andere einfache Seife (ca. 50g) hinzugeraspelt.

Nach dem Aufkochen, Ziehen- und Trocknenlassen wurde jede Ablage mit Meersalz bedeckt und mit der Salz-Seifenlauge aus dem Topf beträufelt. Anschließend ließ ich die Ablagen mit dem Salz mehrmals über Nacht trocknen und beträufelte sie Tags darauf wieder (3-4x).

Nachdem ich dann das Salz grob abgewischt und die Ablagen getrocknet habe, zeigten sich folgende Ergebnisse.

Dabei habe ich vom Boden der Steingutablagen die halbe Fläche abgebürstet um eventuellen Schaden am Material sichtbar zu machen, der auf der linken Hälfte bei Nr.1) von Abplatzungen oder bei 3.) von Salz verdeckt würde.

STEINGUTABLAGEN:
Nr.1) weißer Ton
Nr.2) roter Ton
Nr.3) schwarzer Ton
STEINZEUGABLAGEN:
Nr.4) glänzende Glasur
Nr.5) matte Glasur
14.01.2009

Während die Steinzeugablagen (Nrn. 4+5) keine Beeinträchtigung zeigen, sind bei den Steingutablagen aus rotbrennendem und schwarzem Ton (Nrn. 2+3) stärkere Salzausblühungen zu sehen, der Scherben ist aber noch heil. Hingegen gibt es bei der ersten Steingutablage bereiits deutliche kleine Abplatzungen.

FAZIT:

Soweit diese kleine Versuchsreihe eine Schlußfolgerung zuläßt, richtet das Salz an dem Steinzeugscherben keinen Schaden an. Auch die zwei verwendeten Steinzeugglasuren haben die bisherigen Tests gut überstanden. Damit ist nicht gesagt, wie gut Spezialglasuren, insbesondere solche mit feinen Haarrissen (Craqueleen) oder Kristallglasuren mit dem hohen Salzanteil in der Seife zurecht kommen. Hier stehen noch weitere Tests aus.

Die Steingutablagen jedenfalls erleiden Schäden durch Abplatzungen (auf weißem Ton) oder sind zumindest, wie im Falle der farbigen Tone, von unschönen Ausblühungen betroffen sind. Wobei nicht gesagt ist, dass es nicht auch hier bei noch längerer Benutzung zu Abplatzungen kommen kann. Steingutablagen sollten also nicht für Salzseifen verwendet werden.

AUSBLICK:

Eine Überlegung, die Steingut-Ablagen vor Salzeintrag zu schützen wäre, sie mit einem Dichtungsmittel auf Sililkonbasis zu behandeln ("Tondicht").

Empfehlenswerter weiterführender Link: Rainer Geschke befasst sich mit der Restaurierung und Konservierung alter Keramiken. Er weiß über die verheerende Wirkung, die Salze auf Steingut haben können: http://sammler.com/keramik/keramik-restaurierung.htm