
![]() 3 Seifensorten im Backofen (um zu schnelles Abkühlen zu vermeiden). |
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| Für eine Keramikerin, die besonders viel für die Schöpfung von Seifenschalen übrig hat liegt es nahe, sich auch für die Herstellung dessen, wofür diese gedacht sind zu begeistern: Für Seife.
Vorwort Wie schön, dass es kreative Leute gibt, die die Tätigkeit des Seifensiedens bereits ausüben - sei es als Hobby oder Beruf - und ihr Wissen anderen Menschen mitgeben wollen. So möchte ich an dieser Stelle insbesondere auf die Webseiten von Claudia Kasper und Herald Gessinger sowie auf das Buch von Xenia Trost hinweisen, die mir einen guten Einstieg in die Seifensiederei gaben und darübr hinaus noch viele interessante Informationen enthalten (mehr dazu unter "Links und Literatur"). Die folgenden Informationen sind diesen Quellen entnommen. Inhalt Seife setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab. Dadurch kann die Seifenlösung leichter die Haut / Gegenstände benetzen und besser in Fasern eindringen. Dort bindet sie fetthaltigen Schmutz, bis er mit Wasser weggespült wird. Die Wirkungsweise der Seife wird durch die verwendeten Zutaten charakterisiert. Ein Beispiel: Kokosfett bildet viel Schaum, wirkt in großen Mengen allerdings austrocknend. Oliven- oder auch Rapsöl ergeben hingegen milde Seifen mit cremigem Schaum. Der Verseifungsprozeß (Kaltverfahren) Beim sogenannten Kaltverfahren werden Öle/Fette bei etwa 40°C mit einer genau abgestimmten Menge Lauge vermischt. (Für feste Seifen wird zumeist Natriumhydroxid (NaOH - auch Ätznatron genannt) verwendet). Dabei verbinden sich die Fettsäuremoleküle der Öle/Fette mit Laugenmolekülen und bilden ein reinigendes Natriumsalz: die Seife - ein zu 100% biologisch abbaubares anionisches Tensid. Die zuvor noch mit den Fettsäuren verbundenen Glycerinmoleküle werden frei. Das wertvolle Glycerin bleibt in der handgemachten Seife voll enthalten und wird nicht - wie im industriellen Verfahren üblich - herausgewaschen, um es für andere Zwecke zu verwenden. (Auch bei der Herstellung von Kernseife geht das Glycerin und damit ihre pflegenden Eigenschaften durch Aussalzen verloren). Handgerührte Seifen sind durch den natürlichen Glyceringehalt sanfter / weicher als industriell hergestellte. Nach dem Andicken des Seifenbreies werden weitere Zutaten
wie z. B. Kräuter, ätherische Öle und pflegende Überfettungsöle hinzugegeben (siehe
auch: Überfettung). Reifung der Seife Die Seifen sollten noch vier bis sechs Wochen reifen. In dieser Zeit senkt sich der ph-Wert auf 9-10. Dieser Wert entspricht auch den handelsüblichen Seifen. Ferner verdunstet während des Nachreifens das enthaltene Wasser, die Seife schrumpft und wird fester. Dabei entwickelt sich auch die Schaumqualität. Überfettung - für die milde Reinigung der Haut Ein um ca. 5% höherer Öl-/Fettanteil, als die Laugenmenge vollständig verseifen könnte, dient der Hautpflege beim Waschen: Dieser Überschuß wird in Form besonders wertvoller Pflegeöle und -fette nach dem Andicken des Seifenbreies hinzugefügt, denn sie sollen nicht verseifen, damit ihre wirksamen Bestandteile möglichst erhalten bleiben. Lagerung Gut durchgetrocknete Seifen sind besonders ergiebig. Im Gebrauch erhöht sich die Ergiebigkeit der Seife, wenn sie nach jedem Benutzen gut abtrocknen kann (dies gewährleisten meine Seifenablagen durch eine erhabene Rille bzw. geringe Auflageflächen bei den Trockenwellen). Direkte Sonne und zu viel Wärme können Verfärbungen und Ranzidität verursachen oder die Seife zum Schmelzen bringen. Haltbarkeit Die Haltbarkeit ist begrenzt. (Bei entsprechender Lagerung kann eine mit 5% überfettete Seife durchaus 2 Jahre und länger halten. Der Duft wird aber mit der Zeit nachlassen.) Meine Seifenkriterien
Meine Seifenkreationen | ||||||
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Seetangseife
(2007) Ätherische Öle: Basisöle: Rapsöl (60%) / Kokosfett (27%) / Rizinusöl (8%). Überfettungsöl: Sesamöl (5%) Weitere Zutaten: Orangenschale (Duftfixativ) und Bentonit (reinigend und färbend). | |||||
Mittelmeerkräuter
(2007) Ätherische Öle: Orangenschalenöl, Rosmarin-, Lavendel- und Cedernöl. Basisöle: Rapsöl (60%) / Kokosfett (27%) / Rizinusöl (8%). Überfettungsöl: Sesamöl (5%) Weitere Zutaten: Orangenschale (Duftfixativ) und Bentonit (reinigend und färbend). | ![]() |
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Werkstatt-
und Gartenseife (2007) Ätherische Öle: Lemongrass, Lavendel, Ceder - meine aktuelle Lieblingsmischung :-) Basisöle: Rapsöl (60%) / Kokosfett (27%) / Rizinusöl (8%). Überfettungsöl: Sesamöl (5%) | |||||
| Achtung: AnfängerInnen sollten sich vor ihren ersten Experimenten erst mit den Sicherheitsregeln des Seifemachens vertraut machen (siehe Links und Literatur). Natronlauge ist stark ätzend! | ||||||
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Lavendel-Orangenseife
(2005) Zutaten (für 1.500g Öl/Fettansatz; 5% überfettet) Lauge: 217g NaOh / 500ml Kräuterauszug mit dest. Wasser (aus 47g frischer / unbehandelter Orangenschale, 10g getr. Lavendel und 10g Rotbuschtee) 600g Rapsöl 525g Kokosfett 300g Olivenöl 100g Kaolin (weiße Porzellanerde) 75g Traubenkernöl zur Überfettung 25g äth. Orangenschalenöl 10g gemahlene Orangenschale 2g äth. Lavendelöl | ![]() |
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Kräuterseife (2004) | |||||
| Links und Literatur
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