Mosaik aus Upcycling-Material und selbstgemachten Kacheln

Upcyceln ist schöner als kaufen

Einen Waschtisch hätte ich auch kaufen können, aber entweder gefiel mir die Auswahl nicht oder die Größe passte nicht. Und mal ehrlich: Selbst Gebautes ist doch einfach schöner. Außerdem warteten auf dem Dachboden allerlei brauchbare Materialien für einen Waschtisch mit Mosaik auf ihren Einsatz: alte Fliesen, ehemalige Regalbretter und übrig gebliebene Parkettstäbchen. Sogar der alte Parkettkleber war noch gut, und dem einstmals übrig gebliebenen Fugenmörtel konnte ich mit dunkleren Pigmenten eine neue Farbe verleihen.

Über die Herstellung der Kacheln mit den Glaseinlagen habe ich ja bereits im vorigen Teil dieser DIY-Artikelserie rund um die Gestaltung unserer Wasch-Ecke geschrieben. Heute geht es darum, wie ich beim Mosaik verlegen vorgegangen bin. Da es mein erstes Mosaik ist, habe ich mich etwas unprofessionell dabei angestellt.😖 Mit dem Resultat bin ich aber dennoch ganz zufrieden.😊 Aber lest selbst …

  1. Waschbecken aus Ton / Kalkhaftputz ersetzt Tapete / Ein Tischbein vom Apfelbaum
  2. Kacheln fürs Mosaik töpfern / Stuccolustro – Wandgestaltung
  3. Mosaik verlegen

Mosaik

Mosaik verlegen mit Umwegen

Als Tischplatte bzw. Unterlage für das Mosaik nahm ich ein massives Brett, das früher einmal in einem Regal verbaut war. Zuerst habe ich die Position des Waschbeckens und des Abflusses sowie des Wasserhahns vorgezeichnet. Die Löcher für die Anschlüsse habe ich vor dem Verkleben ausgesägt.

Ganz hilfreich fand ich das Buch „Mosaik“ von Peggy Vance und Celia Goodrick-Clarke. Die Autorinnen beschreiben schön die halb-indirekte Methode: Die Mosaik-Steinchen werden zunächst ohne Kleber an Ort und Stelle gelegt und dann mit einem Trägerpapier, das mit Tapetenkleister aufgeklebt wurde, im Ganzen weggenommen und zur Seite gelegt – nachdem der Kleister getrocknet ist. Später wird das Mosaik mit dem Papier im ganzen Stück in den Kleber gesetzt. Anschließend wird das Papier angefeuchtet, abgelöst und dann verfugt. Das hatte ich zuerst auch so vor. Weil ich allerdings sehr kleine Bruchstückchen ausgelegt habe, die dazu noch ungleich hoch waren, bekam ich Angst, dass die Scherben nicht an ihrem Platz bleiben. 😳 Also habe ich mich – nachdem ich schon die Hälfte der Fläche belegt hatte – entschieden, die Fliesen doch einzeln direkt ins Klebebett zu setzen.

Die bereits ausgelegten Scherben und Kacheln habe ich also erst nochmal zur Seite gelegt. Vorher habe ich noch Fotos gemacht, damit ich den Überblick behalten konnte, welche Scherbe wo lag. So ein Tablet kann da ganz hilfreich sein. Außerdem habe ich die Umrisse der dunklen Kacheln nachgezeichnet, bevor ich sie weggenommen habe.

Mosaik verlegen

Fliesen zerkleinern und Scherben schleifen

Die Fliesen habe ich mit dem Hammer zerkleinert und gegebenenfalls noch mit einer Mosaikzange in die gewünschte Form gebracht.

Mit dem Schleifbock habe ich die Kanten der Scherben entgratet. Mag sein, dass das nicht üblich ist, jedenfalls hatte ich in dem Buch dazu nichts gefunden. Mir war es so angenehmer. Eine Schutzbrille und Atemschutzmaske sollten selbstverständlich aufgesetzt werden. Mit etwas Geduld geht das dann ganz gut.

Mosaik kleben

Mosaik klebenUm den Höhen-Unterschied von den Bodenfliesen (10 mm) und Wandfliesen (5 mm) auszugleichen, habe ich die Bodenfliesen in ein sehr flaches Kleberbett gesetzt und den weißen Wandfliesen noch eine Extra-Ladung Parkett-Kleber verpasst. Das funktionierte nur halbwegs, so dass ich beim nächsten mal lieber annähernd gleich hohe Fliesen auswählen würde.

Die Scherben konnte ich erst einmal locker einsetzen und dann noch prima mit der Pinzette an die richtige Stelle schieben. Das Mosaikbuch erwies sich dann auch als nützlich zum Beschweren der Mosaik-Scherben, um eine möglichst ebene Fläche zu erhalten.

Während der Kleber trocknete, war Zeit für Holzarbeiten:

Parkettstäbchen als Umrandung und Abschlusskante

Ich habe schon einmal einen Stabparkett-Fußboden verlegt, von dem ich kleinste Reste übrig behalten habe. Davon konnte ich mir nun passende Stücke für die Abschlusskanten raus suchen, so dass ich nicht einmal sägen musste. Aber die Kanten wollte ich etwas geschmeidiger haben, deshalb habe ich sie mit dem Bandschleifer abgerundet. Am besten eignet sich dafür ein stationäres Gerät. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass keine losen Teile, wie lange Haare oder Ärmel vom Gerät eingezogen werden. Generell gilt: Aufpassen und Schutzkleidung tragen (Schutzhandschuhe, Ohrenschützer, Staubmaske, Haare weg, eng anliegende Sachen tragen).

Später habe ich die Parkettstäbe noch mit Hartöl behandelt, in einem Aufwasch mit dem Ast bzw. dem Handtuchhalter vom Apfelbaum (mehr dazu und zum Waschbecken in Teil 1). Bevor ich die Stäbe an die Wand kleben konnte – ebenfalls mit dem Parkettkleber, musste ich aber erst die Fugen verfüllen:

Fugenmörtel aufbereiten

Siehe da: Eine von 2 uralten Packungen Fugenmörtel war noch brauchbar. Ein paar Pigmente zum hellen mintfarbenen Pulver dazu und es fand sich ein schönes warmes Graubraun. Nach dem Verfüllen der Fugen habe ich die überschüssige Masse abgenommen und nachdem der Fugenmörtel etwas angezogen hatte, den letzten Schleier mit einem leicht feuchten Tuch entfernt. Fertig! Nach dem Trocknen der Fugen konnte ich dann die Armatur und das Becken montieren.


Nun hoffe ich, euch ein wenig zu eigenen Taten inspiriert zu haben und freue mich über eure Kommentare: Wer hat schonmal ein Mosaik verlegt, und wie sind eure Erfahrungen? Was hättest du anders gemacht?

Dies war vorerst der letzte Teil meiner DIY-Serie. Vielleicht schreibe ich noch etwas zu den Glaseinlagen, bei denen ich einige Brennfehler korrigieren musste und zu den Kleinteilen, die noch folgten: die Schublade und die Lampen aus Kork- und Holzresten.

3 Gedanken zu „Mosaik aus Upcycling-Material und selbstgemachten Kacheln

  1. Hallo Silke,
    dein Mosaik ist richtig kunstvoll geworden und hat etwas von den aufwändig verzierten Kirchenfenstern, die man früher in Handarbeit angefertigt hat. Bis auf das andere Material ist das genau unser Thema, denn wir haben uns auf Fliesen spezialisiert die nach alter Vorlage aus Zement gefertigt werden. Schau gerne mal bei uns rein, wenn du magst. Die Muster und Formen auf unserer Seite werden nach alten Vorlagen aus dem Jugendstil angefertigt. Deinen Beitrag zur Kachelanfertigung für den Mosaik-Waschtisch habe ich mir sehr interessiert gerade durchgelesen. Ich hoffe es gibt bald eine weitere DIY Serie auf deinem Blog.
    Herzliche Grüße von Patrick

  2. Hallo Silke,
    ja das hatte ich auch mal versucht mit der halb indirekten Methode. Ist an dem selben Grund gescheitert, dass die Mosaikstücke zu unterschiedlich hoch waren. Jedoch glaube ich nachträglich, dass das sicher funktioniert, wenn man ein dickeres Fliesenkleberbett bereitet und gleichmäßig Druck auf die ganze Fläche ausübt. Bei mir war das damals ein Wandmosaik und deshalb noch ein bisserl schwieriger.
    Das Abschleifen der Kanten von großen Mengen Mosaikbruchstücken funktioniert übrigens gut mit der BineBrändle Betonmischmaschinenmethode. Alle Teile in die Betonmaschine, Wasser dazu und gut durchschütteln. Die Kanten sind abgeschliffen danach, was aber natürlich voraussetzt, dass man eine Betonmaschine hat ;).
    Dein Raum ist ganz toll geworden. Vor allem finde ich klasse, dass alles durch Upcycling und Handarbeit entstanden ist. Und deine Reliefkeramik macht das ganze total wertvoll. Chapeau! LG Nicole

    • Hallo Nicole,
      ich kann mir auch vorstellen, dass das so geht, wie du beschreibst – jedenfalls in einer waagerechten Fläche. Bei mir waren es zusätzlich diese kleinen Scherben, die mir Kummer bereiteten. Denn das Trägerpapier hätte ich ja erst nach dem Trocknen des Parkettklebers abgezogen. Da hätten die kleinen Stückchen dann bestimmt teils schief drin gesessen. Die konnten so schon kaum von allein stehen 😉 Ich hätte sie allerdings erstmal weglassen und nachträglich einbauen können.
      Naja statt Betonmischmaschine hatte ich immerhin Geduld und eine Staubmaske.
      Es ist natürlich nicht alles Upcycling: Den Hahn, einen neuen Siphon und die Kalkmaterialien musste ich schon dazu kaufen, aber den Anspruch nix dazu zu kaufen hatte ich auch gar nicht. 🙂
      Viele Grüße wiedermal …

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