Mosaik-Waschtisch und Waschbecken selber machen

Einen guten Monat lang habe ich unseren kleinen WC-Raum renoviert und einen Mosaik-Waschtisch gebaut, für den ich auch eine Waschschale getöpfert habe. Für das Mosaik habe ich sowohl zerkleinerte Fliesenreste verwendet, als auch eigene Kacheln angefertigt. Hinzu kamen dann noch eine Schublade, eine Ablagefläche und zwei Upcycling-Lampen.
Um das Raumklima zu verbessern, habe ich die Tapete durch Kalkhaftputz ersetzt, den ich in der Wasch-Ecke noch mit Stuccolustro-Edelputz in warmen Farbtönen verfeinert habe.

Mosaik-WaschtischUnd weil ich zwischendurch fleißig fotografiert habe, kann ich die einzelnen Projektabschnitte nun anschaulich in einer kleinen DIY-Artikelserie dokumentieren. Vielleicht sind ja ein paar Tipps oder Tricks für eure eigene Projektideen dabei!? Im ersten Teil beschreibe ich die ersten Arbeiten mit Ton, Kalk und Holz:

  1. Waschbecken aus Ton / Kalkhaftputz ersetzt Tapete / Ein Tischbein vom Apfelbaum
  2. Kacheln fürs Mosaik töpfern / Stuccolustro – Wandgestaltung (…)
  3. Mosaik verlegen (…)

Wege entstehen im Gehen: Das Waschbecken macht den Anfang

Keramik-Waschbecken UnikatEin Gesamtkonzept hatte ich anfangs noch nicht. Fest stand nur, dass ich ein Waschbecken mit Intarsienmuster und Glaseinlage dafür töpfern wollte. Das habe ich also zuerst auf den Weg gebracht. Verwendet habe ich dafür einen dunklen Drehton, der nicht so hoch gebrannt werden muss, wie meine Steinzeugkeramik.

Passend zu dem Waschbecken habe ich auch ein paar Seifenschalen gemacht. Einige davon bekamen kleine Füßchen, damit können sie sich am Rand der Waschschale festklammern oder auch daneben gestellt werden.

Zum Glück finden sich allerlei Zeichnungen mit Maßen von Ablaufventilen im Internet, so dass ich herausfinden konnte, wie die Größe und Gestalt der Ablauföffnung aussehen muss. Natürlich musste ich die Schrumpfung des Tones auf 89% berücksichtigen, so dass ich die Öffnung entsprechend größer angelegt habe.

Die Vertiefungen für die Glasgranulat-Einlage habe ich mit weißer Engobe ausgeschlämmt, weil ein heller Untergrund mehr Leuchtkraft erwarten läßt.

Nun mussten das Waschbecken und die Seifenschalen erst einmal trocknen. In der Zwischenzeit widmete ich mich den groben Renovierarbeiten:

Tapete und Leim runter – Kalkhaftputz rauf

/home/silke/Dropbox/Klo/Tapete entfernen und Verputzen.jpgKalkputz ist gut für das Raumklima, heißt es. So soll er schimmelabweisend, feuchtigkeitsregulierend und geruchs- wie auch schadstoffabsorbierend sein. Nun halten sich diese guten Eigenschaften bei einer so dünnen Putzlage auf Gipskarton vermutlich in Grenzen. Aber sinnvoller als die schimmelanfällige Tapete in diesem Räumchen mit drei Außenwänden ist so ein feiner Kalkhaftputz bestimmt.

Nun reicht es allerdings nicht, die Tapete einfach nur herunter zu reißen. Auch sämtlicher Tapetenleim muss entfernt werden, da dieser sonst später gelblich durchschlägt. Ich habe den Tapetenkleber mit Spülmittel, Wasser und einem elastischen Spachtel abgeschabt. Die Leimreste können auch trocken abgeschliffen werden.

So ohne Tapete konnte ich die Holzkonstruktion unter den Gipsplatten erahnen. Um die Holzlatten auch nach dem Verputzen noch für Befestigungen verorten zu können, habe ich die Maße kurzerhand in einem Foto festgehalten.

Nach dem Grundieren* der Fläche konnte ich den Kalkhaftputz aufziehen. Nachdem der Kalkhaftputz etwas angezogen hatte, habe ich die Flächen mit einem Schwamm-Brett feucht abgerieben. Der größte Teil der Wandflächen – mit Ausnahme der Waschnische – war damit fertig.

Tischbein und Handtuchhalter vom Apfelbaum für den Mosaik-Waschtisch

KorkmasseWährend ich auf die Lieferung der Stuccolustro-Materialien wartete, hatte ich Zeit das einzige Bein für den Mosaik-Waschtisch anzupassen: Hierfür hatte ich von einer Obstwiese einen abgestorbenen Ast mitgebracht. Ich habe ihn so zurecht gesägt, dass er sich mit seinen Seitenarmen an Wand und Decke abstützen kann. Außerdem habe ich einige Aststummel als „Handtuchhalter“ stehen gelassen.

Später habe ich das geschliffene Holz noch mit Hartöl behandelt und die Lücken zwischen Fußboden und Decke mit Kork-Kautschuk-Paste gefüllt.


Ich hoffe, dass meine Projektdoku die eine oder den anderen von euch zu eigenen Taten inspiriert. Falls ja, hinterlasst doch gern einen Kommentar …

Im nächsten Teil beschreibe ich die Herstellung der Kacheln für den Mosaik-Waschtisch und die Gestaltung der Wand mit der Stuccolustro-Technik.

* Leider habe ich keine vegane Grundierung gefunden, weshalb ich in diesem Fall eine Ausnahme gemacht habe. Für mich ist es selbstverständlich, Tierausbeutung soweit möglich zu vermeiden. Daher freue ich mich auch über Tipps zu einer veganen Alternative, die jedoch nicht absperrend, sondern diffussionsoffen sein sollte. Telefonisch habe ich bei Kreidezeit erfahren, dass das Interesse an einer Grundierung auf Basis von pflanzlichem Eiweiß hoch sei – die Eigenschaften des Eiweißes aus Leguminosen, das für ihre Wandfarben bereits eingesetzt wird, seien aber für eine Grundierung nicht ausreichend.

2 Gedanken zu „Mosaik-Waschtisch und Waschbecken selber machen

  1. Liebe Silke, das ist ja mal wieder der Hammer, was du dir da nicht nur ausgedacht, sondern auch umgesetzt hast. Perfekt und zugleich sinnlich, einzigartig und umwerfend harmonisch. Danke fürs Teilen. Ich selbst habe schon mal einen Fußboden aus zersschlagenden Fliesen gestaltet, ein Regal mit Haselnussstämmen und Griffe einer Kommode aus Ästen. ( Mal abgesehen von den Seifenschalen) Hier fand ich alles vereint. Respekt!
    Ich denke an dich mit einem Lächeln

    • Hihi, jetzt muss ich auch lächeln, liebe Bianca,
      aber warte bis du den zweiten Teil gesehen hast (den veröffentliche ich voraussichtlich Samstag), wo es um die Wandgestaltung mit Stuccolustro geht – da habe ich farblich ganz schön wild rumexperimentiert. Ob du das dann noch harmonisch findest? 😉
      Oh das würde mir bestimmt gefallen bei euch. Das klingt nach einer sehr kreativen Wohnstätte. 🙂
      Liebe Grüße wiedermal

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